Nachhaltigkeitslexikon

Angelruten werden zum Fangen von Fischarten eingesetzt, die Schwärme bilden, vor allem für Thunfische, konkret Skipjack und weißer Thunfisch. Die Fische werden mit lebenden Ködern an die Wasseroberfläche gelockt und mit Angelruten (nur Haken, kein Köder mehr an der Angel) ins Boot geholt.
 
Zielarten: verschiedene schwarmbildende Fischarten, vor allem Thunfisch
 
Auswirkungen: sehr selektiv, keine Auswirkungen auf den Meeresboden. Kein Beifang. Manchmal Fische die nicht „Zielfang“ sind, werden aber immer verwertet.

Auf Englisch: pole & line. Fangmethode, bei der vorwiegend Thunfische nach alter Art und Weise mit einer Angelrute gefangen und nach hinten aufs Schiff geworfen werden. Die Technik macht sich den Instinkt der Thunfische zugute, im Jagdfieber den Mund in großem Tempo auf und zu zu machen und so die Beute ergattern zu wollen. Mehr Infos hier: http://www.youtube.com/watch?v=7t_RYGiQkGE.

Bei der Fischerei mit einer Ankerwade wird zunächst ein Anker ausgebracht, an dem eine Fischleine befestigt ist. Von dem Anker aus werden in einem Rund das Netz und die zweite Fischleine ausgelegt. Zurück am Anker werden die Fischleinen eingezogen, welche am Boden liegende Fische in das Netz treiben. Ankerwaden eignen sich für die Küstenfischerei auf Plattfische. Besonders in Dänemark ist diese Technik verbreitet („snurrevaad“).
 
Zielarten: Plattfische wie Scholle oder Seezunge
 
Auswirkungen: Der Einfluss auf den Meeresboden ist im Vergleich vor allem zu Grundschleppnetzen gering. Die Fische haben eine hohe Qualität.

Baumkurren sind eine Form von Grundschleppnetzen. Auf kufenartigen Schuhen wird das Netz vom Kutter über den Meeresboden gezogen. Ein starrer Kurrbaum hält die Öffnung des Netzes unter Wasser offen. Durch ihr hohes Eigengewicht sind Baumkurren wahre Energiefresser. Sie belasten den Meeresboden und seine Bewohner durch die Rollen und Kufen stark. 
 
Zielarten: Plattfisch, Garnelen.
 
Auswirkungen: Beifang von Plattfischen, Jungfischen, bodenlebenden Organismen und Vegetation, Korallen etc., Schäden am Meeresboden.

Bodenlangleinen werden horizontal entlang des Meeresbodens ausgebracht. Welche Art gefangen wird, richtet sich nach Ort, Art der Haken und Köder.
 
Zielarten: diverse Fischarten, unter anderem Kabeljau oder Heilbutt
 
Auswirkungen: Weniger Probleme mit Seevogelbeifang als pelagische Langleinen, da Bodenlangleinen tiefer liegen. Geringe Auswirkungen auf den Meeresboden.

Das followfish-Prinzip beschreibt in Kürze die Vision und Mission von followfish und ist fester Bestandteil jeder Produktverpackung von followfish. Es lautet: Wir glauben, dass Verbraucher heute wissen möchten, woher die Produkte kommen, die sie essen. Alle unsere Fische stammen entweder aus biologischer Aquakultur oder aus nachhaltig zertifiziertem Wildfang. Wir glauben auch, dass Verbraucher heute ein reines Naturprodukt frei von Zusatzstoffen und Gentechnik bevorzugen. Jede followfish-Verpackung trägt einen Tracking-Code, mit dem sich unsere Kunden im Internet gezielt über Herkunft, Fang, Verarbeitung und Transport informieren können. 

Der Deutsche Nachhaltigkeitspreis (DNP) prämiert jährlich seit 2008 die nachhaltigsten Unternehmen, Produkte, Marken und Konzepte. Ziel ist es, vorbildlich nachhaltige Firmen „zu belohnen“ und ihnen durch den Preis eine würdige öffentliche Aufmerksamkeit für ihr Engagement zu geben. Followfish hat sich 2011 das erste Mal für den DNP beworben und wurde unter 670 Bewerbern direkt unter die Top 3 in der Kategorie „Produkt“ gewählt.

Ob eine Fischerei „nachhaltig“ ist oder nicht hängt nicht unwesentlich von der Fangmethode ab, mit welcher der Fisch gefangen wird. Zum einen gibt es Fangmethoden, welche die Umwelt zerstören, zum anderen gibt es Fangmethoden, die so „effektiv“ sind, dass sie ganze Bestände ausrotten (unkontrollierte, FAD-basierte Ringwadenfischerei). Auch ob es Beifang gibt oder nicht (siehe Beifang) liegt an der Fangmethode. Wichtig zu wissen ist, dass eine Fangmethode "gut" und "schlecht" sein kann. Beispiel Grundschleppnetz-Fischerei. Findet diese auf Untergründen statt, welche wüstenähnlich sandig sind und werden ökologisch sensible Gebiete ausgegrenzt, so kann diese durchaus vertretbar sein. So gibt es sogar Fischereien, welche Grundschleppnetze einsetzen, aber trotzdem vom MSC zertifiziert wurden.
 

Handleinen sind relativ kurze Angelleinen, an deren Ende ein mit einem Köder bestückter Haken befestigt ist. Sie werden von einem fahrenden oder stehenden Boot aus bedient.
 
Zielarten: diverse Fischarten, zum Beispiel, Kabeljau, Makrele, Thunfisch, Zackenbarsch, Snapper, Tintenfisch.
 
Auswirkungen: sehr selektiv, keine Auswirkungen auf den Meeresboden.

Harpunen werden von geübten Fischern zum Fangen von großen, wertvollen Raubfischen eingesetzt. Der Harpunier stößt seine Harpune in den Fisch und zieht ihn an Bord. Diese Methode ist sehr selektiv, da der Harpunier Art und Größe des Fisches vorher erkennt.
 
Zielarten: Thunfisch, Schwertfisch
 
Auswirkungen: sehr selektiv, keine Auswirkungen auf den Meeresboden.

Unter illegaler Fischerei versteht man jede unregulierte und umdokumentierte Fischerei. Einfach alles, was mit unerlaubten Fangmethoden, zu Sperrzeiten oder in Meeresschutzgebieten gefangen wird. Auch wenn mehr Fische gefangen werden als erlaubt sind, verstößt das gegen internationale Gesetze. Illegale Fischerei ist der Hauptgrund für die Überfischung unserer Meere sowie das Aussterben spezieller Fischarten. Laut Schätzungen des WWF (World Wildlife Fund) werden pro Jahr bis zu ein Drittel des weltweiten Fischfangs unkontrolliert getätigt. Ein Schaden, der nicht nur unsere Meere bedroht, sondern auch zu Lasten all der Fischer geht, die sich an die Gesetze halten. Laut WWF soll der finanzielle Verlust bis zu 22 Milliarden Euro betragen, den die globale, legitime Fischerei-Industrie jährlich dadurch davon trägt. Grund für den Import von illegalen Fischen auf den europäischen Markt sind unter anderem die globalen Fischlieferketten und eine Vielzahl an verschiedenen Schlupflöchern, über die illegal gefangene Fische in die legalen Handelswege eingeschleust werden. Deshalb ist uns von followfish die Transparenz und die Zurückverfolgbarkeit unserer Fischfänge so wichtig. Nur so können wir dafür einstehen, dass a) die Qualität und Fangbedingungen unserer Produkte einwandfrei sind und b) auch die legalen Fischer vor Ort nicht das Nachsehen haben und ihre Existenz gesichert ist. Übrigens gilt natürlich nicht, dass jeder legal gefangene Fisch auch nachhaltig gefangen ist, weswegen wir von followfish auch für die offizielle Fischerei strenge Nachhaltigkeitskriterien – anlehnend an die Kriterien des WWF Deutschland – entwickelt haben (http://www.followfish.de/de/ueber-uns/nachhaltigkeitslexikon/das-followf...).
Mehr zur illegalen Fischerei auf den Seiten des WWF: http://www.wwf.de/themen-projekte/meere-kuesten/fischerei/illegale-fischerei/ 
Und bei Greenpeace: https://www.greenpeace.de/themen/meere/fischerei
 
followfood
Die followfood GmbH ist ein Unternehmen für Nachhaltigkeit, Transparenz und den ehrlichen, respektvollen Umgang mit der Umwelt und Nahrungsmitteln. Das Friedrichshafen Unternehmen produziert und vertreibt mit den Marken followfish und followfood ausgezeichnete und nachhaltige Lebensmittel höchster Qualität. Geprägt durch den Claim „Folge dem wahren Geschmack“ führte das Unternehmen in 2007 als Marktinnovation einen Tracking-Code auf jeder Verpackung ein, mit dem die Konsumenten alle Lieferanten und Beschaffungswege der Produkte und ihrer Bio-Zutaten online abrufen und nachvollziehen können. Dafür wurde Deutschlands nachhaltigste Fischmarke followfish in den vergangenen Jahren mehrfach ausgezeichnet, zuletzt als „Biomarke des Jahres 2015“ in Gold. In 2015 erhielt zudem die followfood „Pizza Vegetariana Bio“ einen Platz in den „Top 3 Deutschlands nachhaltigster Produkte“. Bis Dezember 2015 firmierte das Unternehmen als fish & more GmbH.

Diese Methode wird insbesondere zum Fang von Tintenfischen verwendet. Eine Leine wird im Wasser auf und ab bewegt. Nachts wird dabei häufig ein Licht eingesetzt, um die Tintenfische anzulocken, die dann von dem sich bewegenden Haken gefangen werden.
 
Zielarten: vor allem Tintenfische
 
Auswirkungen: geringe Umweltauswirkungen

Kiemennetze bilden eine „Netzwand“, indem sie senkrecht im Wasser aufgehängt werden. Sie können auch am Boden verankert werden und bis zu 30 Meter hoch sein. Die Netze sind so entworfen, dass Fische einer bestimmten Größe mit dem Kopf durch die Maschenöffnung passen, aber nicht mit dem Rest des Körpers. Wenn sie aus dem Netz heraus schwimmen wollen, bleiben sie mit ihren Kiemendeckeln hängen.
 
Zielarten: Verschiedene Fischarten wie Hering, Scholle, Dorsch
 
Auswirkungen: Beifang von Jungfischen, Meeressäugern, Seevögeln, Haien, Schildkröten, Robben etc.

Die Langleinenfischerei arbeitet mit bis zu 100 Kilometer langen Angelschnüren, an denen jeweils mehrere tausend beköderte Haken befestigt sind. Man unterscheidet pelagische Langleinen und Bodenlangleinen.  

MSC

MSC steht für Marine Stewardship Council und bedeutet auf Deutsch in etwa „Rat zum Erhalt der Meere“. Der MSC ist die weltweit größte Zertifizierungsorganisation für nachhaltige Fischereien. Strenge, in Zusammenarbeit mit dem WWF entwickelte Standards bewerten Fischereien nach strengen Nachhaltigkeitskriterien. Hierbei werden vor allem die Faktoren „Nachhaltigkeit der Bestände“, „Einfluss der Fischerei auf das Ökosystem“ und „Management der Fischerei“ bewertet und gegebenenfalls in Zusammenarbeit mit den Fischereien entwickelt. Der MSC ist weltweit tätig. Seine Bemühungen die letzten Jahre waren sehr erfolgreich, die Anzahl zertifizierter Fischereien wächst ständig. Damit erhöht sich der Druck auf all diejenigen Fischereien, welche nicht zertifiziert sind und meist auch keine Aussicht auf Zertifizierung haben, weil sie nicht den Nachhaltigkeitskriterien des MSC entsprechen. Followfish unterstützt den MSC. 

Ein Zertifizierungsstandard, der Fischereien, welche strenge Nachhaltigkeitskriterien erfüllen, mit einer Zertifizierung „belohnt“. Das Besondere an dem Standard ist, dass er – innerhalb gewisser Rahmenbedingungen – von den Fischereien, den örtlichen Behörden, den örtlichen NGOs und der örtlichen Fischereiwissenschaft von Fischerei zu Fischerei individuell erarbeitet und entwickelt wird. So sind Fischereien und die betroffenen Stakeholder von Beginn an involviert und das Bewusstsein der Fischereien für eine „gute und vorbildliche Fischereipraxis“ wird gestärkt.
 
Derzeit gibt es eine Fischerei, welche zertifiziert ist: Die Viktoriabarsch-Fischerei. Followfish verkauft die leckeren Filets unter Naturland-Wildfisch-Zertifizierung in Deutschland. Ein zweites Projekt – von Naturland zertifizierter Thunfisch – wurde von followfish initiiert und wird aller Voraussicht nach noch 2011 zertifiziert werden. Followfish unterstützt Naturland-Wildfisch.

NGO

Steht für Non-Governmental Organisation, Nicht-Regierungsorganisation. Wichtige Glieder im gemeinsamen Engagement für eine andere, nachhaltige Fischerei. Followfish sieht die NGOs als zentrale und wichtige Institutionen in dem Konstrukt aus nachhaltiger Fischerei, Konsumenten, Markenanbietern wie followfish und dem Handel. Während früher und leider teilweise auch noch heute NGOs und Wirtschaft mehr gegen- als miteinander gearbeitet haben sieht followfish die NGOs als Partner und große Chance für eine neue (Lebensmittel-)Welt. Followfish ist offizieller Partner des WWF Deutschland und in gutem Kontakt zu anderen NGOs.

Pelagische Langleinen werden vertikal in den Wasserkörper gehängt. Bei dieser Technik fallen insbesondere Meeresschildkröten, Seevögel, Haiarten und Jungfische als Beifang an.
 
Zielarten: Diverse Fischarten, vor allem Thunfisch und Schwertfisch
 
Auswirkungen: Beifang von Jungfischen, Schildkröten, Seevögeln, Haien, Meeressäugern.

Reusen sind auf dem Meeresboden stehende Netzschläuche. Mit einem oder mehreren Leitnetzen werden die Fische zum Eingang der Reusen geleitet. Sie sind ökologisch im Grunde unbedenklich.
 
Zielarten: Fische, besonders Aale.
 
Auswirkungen: Kaum Umweltauswirkungen

Die 120 bis 250 Meter hohen und bis zu zwei Kilometer langen Netze werden von Booten als Ring um einen Fischschwarm gelegt. Das untere Netzteil wird zusammengezogen, die Fische sind wie in einem großen Beutel gefangen. Um den Fangerfolg zu maximieren, werden so genannte Fish Aggregation Devices (FADs) eingesetzt. FADs sind schwimmende Objekte, die den natürlichen Instinkt vieler Fischarten ausnutzen, sich um solche Objekte zu gruppieren. So werden zunächst kleine Fische angelockt, denen dann die größeren Fische folgen. Beim Einsatz von FADs kommt es zu hohen Beifangmengen.
 
Zielarten: Viele Fischarten, vor allem Thunfisch.
 
Auswirkungen: Beifang von jungem Thunfisch, Haien, Schildkröten, Meeressäugern.

Traditionelle Methode zum Ernten insbesondere von Schalentieren oder Muscheln. Meistens werden Zangen oder Harken als Hilfsgeräte eingesetzt.
 
Zielarten: Muscheln, Langusten
 
Auswirkungen: Sehr selektiv, keine Auswirkungen auf den Meeresboden

Bei dieser Methode werden (meistens mehrere) mit Ködern bestückte Angelleinen durch das Wasser gezogen. Sie können auf unterschiedlichen Höhen eingesetzt werden.
 
Zielarten: zum Beispiel Thunfisch, Marlin, Barrakuda, Lachs
 
Auswirkungen: sehr selektiv, keine Auswirkungen auf den Meeresboden

Spiegelnetze (auch Trammelnetz oder Fesselnetz) ähneln Kiemennetzen, bestehen aber aus drei vertikal am Boden angebrachten Netzen. Die äußeren Netze haben größere Maschenöffnungen, in der Mitte ist ein feinmaschiges Netz, in dem sich die Fische verfangen.
 
Zielarten: bodenlebende Fischarten
 
Auswirkungen: Beifang von kleinen Fischen, unerwünschten Arten, Meeressäugern.

Der von followfish „erfundene“ Tracking-Code ermöglicht Kunden, ein Produkt zu seinem Ursprung zurückzuverfolgen. Mit der Einführung des Tracking-Codes 2008 hat followish im Markt für großes Erstaunen gesorgt. Lieferantenbeziehungen und Produzenten waren meist gut gehütete, nicht öffentliche „Betriebsgeheimnisse“. Followfish glaubt, dass dieses Denken veraltet und nicht kundenorientiert ist. Der moderne Kunde möchte wissen, was er isst und woher es kommt. Siehe auch – das followfish-Prinzip.

Das Netz schwebt wie eine Wand im Wasser und wird mit Bojen an der Oberkante und Gewichten an der Unterkante offen gehalten. Treibnetze verursachen hohen Beifang, zum Beispiel von Meeressäugern, Schildkröten und Haien. Verloren gegangene Netze verrotten nicht und fangen als „Geisternetze“ immer weiter. Diese Netze sind inzwischen durch eine UN-Resolution weitgehend verboten.